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  • AutorenbildAndrea Wege

Subakromiales Schmerzsyndrom -Schulterschmerzen behandeln -Ursachen, Symptome und Tipps


Schulterschmerzen_beheben
Schulterschmerzen

Schulterschmerzen gehören, laut der Auswertung von Statistika, zu den dritthäufigsten Beschwerdebildern in Deutschland. Sie schränken die freie Beweglichkeit des Schultergelenks gewöhnlich deutlich ein und haben teilweise gravierende Auswirkungen auf Alltag, Beruf und viele sportliche Aktivitäten. Die Ursachen für eine schmerzende Schulter sind vielfältig. In diesem Beitrag möchte ich auf das weit verbreitete subakromiale Schmerzsyndrom eingehen, dessen Ursachen, Symptomatik näher beleuchten und dir Übungen zeigen, die dir helfen können deine Schulterschmerzen zu behandeln.


Inhaltsverzeichnis


1. Was versteckt sich hinter dem Begriff SAS oder SAPS?

Subakromialsyndrom (SAS) / Subakromiales Schmerzsyndrom (SAPS)


Beim Subakromialsyndrom (alternativ: subakromiales Schmerzsyndrom) handelt es sich um eine Weichteilerkrankung der Schulter, welche in der Regel mit schmerzhaften Funktionseinschränkungen verbunden ist.


Die Grundlage des Subakromialsyndroms und den damit verbundenen Schulterschmerzen ist eine Verengung des Bereiches zwischen Oberarmkopf und Schulterdach und der damit einhergehenden Reizung bestimmter Strukturen. Häufig betroffen ist die lange Bizeps- und / oder die Supraspinatussehne. In diesem Zusammenhang existieren überlappende Bezeichnungen wie Subakromiales Impingementsyndrom (SIS) als auch Schulterimpingement oder subakromiales Engpasssyndrom, welche unter Fachleuten regelmäßig diskutiert werden.


2. Wie ist die Schulter aufgebaut? Welche Strukturen können betroffen sein?


Das Schultergelenk ist ein sehr komplexes System und wird gebildet durch den Oberarmkopf und der verhältnismäßig kleinen Gelenkfläche des Schulterblatts, welche den Oberarmkopf nicht vollständig umschließt. Es ist das Gelenk mit dem größten Bewegungsumfang unseres Körpers. Der Bandapparat des Schultergelenks ist in Relation zur Belastung gesehen nur schwach ausgebildet. Die Stabilität und die Positionierung sind somit stark abhängig von der umgebenden Muskulatur. Fluch und Segen zugleich. Die Führung, Zentrierung und Absicherung des Gelenkes erfolgt durch die sogenannte Rotatorenmanschette, einer Gruppe aus vier Muskeln, welche hauptsächlich zuständig ist für die Innen- und Außenrotation sowie für die Abduktion, dem seitlichen Anheben des Armes. Die Sehne des Muskels Supraspinatus, einem Muskel der Rotatorengruppe, sowie die lange Bizepssehne verlaufen zwischen Oberarmkopf und Schulterdach, weshalb diese Strukturen besonders gefährdet und somit hauptsächlich betroffen sind.


Aufbau_des_Schultergelenkes
Abb.1: Aufbau des Schultergelenkes, Kirchmeyer (Quelle: http://praxis-kirchmeyer.de/Schwerpunkte/Schultergelenk/desktop/, abgerufen am 18.08.2023)

Beim Auftreten einer pathologischen, subakromialen Verengung, wird in der Regel primär an der Funktionalität der Rotatorenmanschette gearbeitet. Wichtig zu bedenken: Die Rotatorenmanschette ist vielleicht nur ein Teil des Puzzles. Vor allem scheint dies der Fall, wenn die Symptomatik auch nach längerer Arbeit in diesem Bereich fortbesteht. Auch andere Strukturen und Muskeln haben einen Einfluss auf die Schulter. So können sich neben weiteren Muskeln des Schultergelenkes ebenfalls die Muskeln des Schultergürtels, teils sogar Bereiche der Armmuskulatur, eine eingeschränkte Beweglichkeit der Brustwirbelsäule oder Kompressionen im Halswirbelsäulenbereich auf die Schultergesundheit auswirken. Dies verdeutlicht die Wichtigkeit, bei Problematiken im Schulterbereich genau hinzuschauen. Neben einer ausführlichen Anamnese ist ein detailliertes Testverfahren unabdingbar. Orthopädische Tests wie der Painful Arc, der Neer-, Hawkins-Kennedy- oder der Jobe-Test, sowie verschiedene Muskelfunktions-, Beweglichkeits-, Kraft- und Funktionstest geben mehr Aufschluss über die individuelle Thematik. Unterstützen können je nach Situation auch bildgebende Verfahren.


3. Welche Symptome können bei einer Verengung auftreten?


Häufig sind die Symptome anfangs bewegungsabhängig. Der Prozess beginnt gewöhnlich mit leichten Schmerzen im Schulterbereich, welche sich bei ausbleibender Behandlung stetig steigern. In der Regel ist vor allem das seitliche Heben des Armes zwischen 60 – 120° schmerzhaft (Painful Arc – schmerzhafter Bogen). Verstärkt wird der Schmerz durch gleichzeitige Innenrotation des Armes. In diesem Bereich verengt sich natürlicherweise der Raum zwischen Oberarmknochen und Schulterdach und verstärkt damit die bestehende pathologische Kompression. Auch das Anheben des Armes nach hinten oder vorn kann Schmerzen hervorrufen. So können beispielsweise alltägliche Dinge, wie das Anziehen einer Jacke, das Geschirreinräumen oder Fensterputzen ebenso wie die Ausführung verschiedener Sportarten wie Volleyball oder Tennis problematisch sein. Im weiteren Verlauf können auch Ruhe- bzw. Nachtschmerzen auftreten und sogar bis in den Ellenbogen ausstrahlen. Häufig ist ein Liegen auf der betroffenen Seite schwierig.


4. Was sind häufige Ursachen für ein subakromiales Schmerzsyndrom?


  • Fehlstellungen der Wirbelsäule, häufig durch mangelnde Bewegung und ausdauerndem Sitzen mit Rundrücken & eingefallenen Schultern, können zu biomechanischen Veränderungen der Schulter führen

  • Knöcherne Verwachsungen oder ein Sporn unterhalb des Schulterdachs

  • Verkalkungen im Bereich der Schultersehnen

  • Überbeanspruchungen durch Übertraining oder viel Arbeit über Kopf

  • Muskuläre Dysbalancen durch einseitiges- oder fehlendes Training sowie durch Nervenkompressionen

  • Verletzungen…

5. Wie könnten Maßnahmen zur Behandlung eines Engpasssyndroms aussehen?


  • Vermeidung von Triggern

  • Schaffung von neuem Bewegungsraum im Schultergelenk

  • Aufhebung von Kompressionen (Bsp. HWS)

  • Wiederherstellung der Beweglichkeit beteiligter Strukturen (Bsp. HWS, BWS)

  • Isoliertes Training im „schmerzfreien“ Bereich (auf einer Schmerzskala von 1-10 max. 3)

    • Ausgleich muskulärer Dysbalancen

    • Verbesserung der Trainingstechnik

    • Verbesserung Muscle-Mind-Connection

    • Desensibilisierung des zentralen Nervensystems

  • Progressive Steigerung der Belastung

  • Nach isoliertem Training Übergang zu komplexeren Übungen


Die hier vorgestellten Übungen sind Beispiele und entstammen unterschiedlichen Reha Phasen. Ein speziell auf deine Bedürfnisse abgestimmter Trainingsplan für maximale Erfolge erfordert ein gezieltes Assessment. Kontaktiere mich gern für ein kostenloses Erstgespräch.



Verbesserung der BWS-Beweglichkeit: Brustwirbelsäulen Beugung und Streckung

 

Ziel dieser Übung ist es mehr Bewegungsspielraum in deine Brustwirbelsäule zu bekommen. Das Band unterstützt dich dabei die Bewegung der einzelnen Segmente noch besser zu spüren.

 

Setze dich auf eine Bank oder einen Stuhl. Lege das Widerstandband um deinen oberen Rücken und greife es mit beiden Händen. Lasse dich von dem Band nach vorn ziehen und strecke somit deine BWS. Atme tief ein und aus. Arbeite anschließend gegen den Widerstand und mache dich in der BWS maximal rund. Atme auch in dieser Position tief, um Platz zu schaffen.

Bewegungskontrolle Schulterblatt: Scapula Adduktion und Abduktion

 

Ziel dieser Übung ist es zu lernen das Schulterblatt korrekt anzusteuern.

 

Stelle dich aufrecht hin und stabilisiere deinen Arm mithilfe eines Stabes. Dein Ellenbogen bleibt während der gesamten Übung gestreckt. Die Bewegung erfolgt ausschließlich aus dem Schulterblatt (dieses wandert nach vorn und zurück zur Wirbelsäule). Ziehe mithilfe des Schulterblattes den Stab nach hinten und schiebe ihn wieder nach vorn.

Kräftigung der Außenrotatoren: ARO Schulter

 

Mit dieser Übung kräftigst du deine Schulter-Außenrotatoren. Eine der wichtigsten Aufgaben der Rotatorenmanschette ist die Stabilisierung des Schultergelenks.

 

Begib dich in Seitenlage. Halte deinen Ellenbogen im rechten Winkel und drücke ihn fest auf das Handtuch. Halte den Oberarm bei der Übungsausführung eng am Körper. Senke deine Schulter maximal ab und aktiviere deine schulterblattstabilisierende Muskulatur. Hebe die Hantel aus der Rotation in der Schulter soweit an, wie du die Kontrolle in der Rotatorenmanschette (hinterer Schulterbereich) halten kannst. Lasse die Hantel wieder Richtung Boden ab. Zu beachten: die Bewegung kommt nur aus dem Schultergelenk


6. Wieviel Zeit sollte man für die Genesung einplanen?


Tatsächlich muss man hier sagen, dass es maßgeblich darauf ankommt, von welchem Grad der Verletzung wir sprechen. Bei komplexeren Fällen, wie komplizierten Sehnenabrissen oder Knochenveränderungen, kann ein operativer Eingriff mit anschließender Reha eine sinnvolle Maßnahme sein. Viele Fälle lassen sich wunderbar konservativ mit einem progressiv gestaltetem Trainingsplan und konsequenter Umsetzung lösen. Trotz allem: Schulterschmerzen behandeln ist kein Quick-fix. Geduld ist gefragt. Nehmen wir als Beispiel eine durch einen Engpass hervorgerufene gereizte Supraspinatussehne. Aufgrund der schlechten Durchblutung von Sehnen und der damit verbundenen langsamen Regeneration, kann eine Genesung schonmal bis zu 6-9 Monate in Anspruch nehmen. Dies soll nicht verunsichern und Angst machen, sondern zeigen, dass es keine schnelle Lösung für viele Thematiken gibt und es erforderlich ist, konsequent Zeit ins Training zu investieren.


7. Was kann präventiv getan werden, um Schulterschmerzen vorzubeugen?


  • Arbeite an deiner Haltung

Schaffe einen Ausgleich zu deiner sitzenden Tätigkeit - Führe bewegte Pausen ein, in denen du deine Brustmuskulatur und Wirbelsäule streckst (Muskellängentraining der Brustmuskulatur und Streckung der BWS mithilfe von Tools wie Faszienrollen, Bändern etc.) Das Ziel sollte sein, der gebeugten Position entgegenzuwirken. Wir wissen alle, wie es laut Bilderbuch aussehen sollte, aber sind wir mal ehrlich: Wer sitzt schon den gesamten Tag gerade und aufrecht?


  • Trainiere ausgeglichen Zug- und Druckbewegungen und schenke deiner Rotatorenmanschette mehr Aufmerksamkeit

Hole dir, wenn möglich, Rat eines Experten und lass dir einen individuell auf deine Situation zugeschnittenen Trainingsplan erstellen.


  • Vermeide Übertraining

Steigere deine Belastung sukzessive und gönne deiner Muskulatur ausreichend Regenerationszeit.


  • Arbeite an der Stabilität deiner Schulterblätter

Deine Schulterblätter haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit deiner Schultern. Gleitet dein Schulterblatt nicht optimal über deinen Brustkorb, was für das Heben des Armes erforderlich ist, ist auch die Stabilität und somit die Gesundheit deiner Schultern gefährdet.


Kontakt


Leidest du unter Schulterbeschwerden und möchtest gern die Ursache für deine Beschwerden erfahren sowie geeignete Übungen für deine spezielle Thematik an die Hand bekommen und damit deine Schulterschmerzen behandeln? Dann kontaktiere mich gern für ein kostenloses Erstgespräch telefonisch unter 0173/5800344, via Email an info@andreawege.de oder über mein Kontaktformular.


Mehr Informationen zum Ablauf des Personal Trainings und zu den verschiedenen Möglichkeiten einer Zusammenarbeit erfährst du hier:




Literaturangaben:

Statistika, Rainer Radtke, 24.01.2022, Verteilung von Schmerz in Deutschland nach Körperregion und Geschlecht im Jahr 2017, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/896807/umfrage/verteilung-von-schmerz-in-deutschland-nach-koerperregion-und-geschlecht/ (letzter Abruf 18.08.2023)


M. Schünke, E. Schulte, U. Schumacher, M. Voll, K. Wesker (2022) 6. Auflage. Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem - Prometheus, S. 280-281



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