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  • AutorenbildAndrea Wege

Chronische Schmerzen und Atmung



Chronische_Schmerzen_und_Atmung
Die Rolle der Atmung bei chronischen Schmerzen


Chronische Schmerzen versetzen den Körper in einen erhöhten Stresszustand. Jeder, der einmal chronische Schmerzzustände erlebt hat, kann dies nachvollziehen. Als wäre dieses Phänomen nicht ausreichend, wird zusätzlich die Leistung des Frontallappens, welcher in der Regel dafür zuständig ist den Schmerz zu bewerten und einzuordnen, gehemmt. Als Folge kann unser Gehirn die Stresssituation nicht reduzieren, was dazu führt, dass wir in eine Art dauerhafte Stressschleife geraten (hohe Aktivität des Sympathikus). Eine kontrollierte und bewusste Atmung ist eine von mehreren Möglichkeiten dieser Stressschleife aktiv entgegenzuwirken.


Der Vagusnerv

Der_Vagusnerv
Abbildung 1: Verlauf des Vagusnervs mit innervierten Organen Quelle: Spektrum, www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/vagus/13492

Der Nervus Vagus ist der 10. Hirnnerv und Hauptnerv des Parasympathikus. Er ist der Gegenspieler des Sympathikus, welcher den Organismus unter Stress und in Gefahrensituationen zu Höchstleistungen anregt. Der Vagusnerv reguliert die Tätigkeit vieler innerer Organe und beeinflusst die Herzfrequenz und Herzratenvariabilität. Seine Hauptaufgabe besteht in der Reduktion des Herzschlags. Arbeitet er suboptimal, kann dies entsprechend zu einer Erhöhung des Herzschlags führen. Der Vagusnerv wird immer dann aktiv, wenn es um die Regeneration des Körpers geht, also in Phasen der Entspannung. Er umfasst unter anderem somatosensible Nervenfasern für die Wahrnehmung bewusster, allgemeiner Körperempfindungen wie beispielsweise Schmerzen.


Der Vagusnerv und chronische Schmerzen

Neben dem grundsätzlich erhöhtem Stresslevel, werden chronische Schmerzen oftmals begleitet von Flare-ups, eine vorübergehende Verschlimmerung oder Rückkehr der Symptomatik. Diese sind in der Regel als Anstieg des Ruhepulses messbar. Um diese Flare-ups zu reduzieren und Peaks (die starke chronische Schmerzsituation) zu vermeiden, kann es sinnvoll sein den Vagusnerv bewusst zu aktivieren.


Atmung und Schmerzreduktion

Durch gezielte, kontrollierte parasympathische Atmung kann der Vagus / Parasympathikus aktiviert werden, was in Folge zu mehr Leistung im Frontallappen und einer Hemmung der Schmerzwahrnehmung führt. Zusätzlich sorgt Achtsamkeitstraining in Form von Atemtraining (Bsp. Tempoatmung) für eine erhöhte Produktion von Gluthation (bei regelmäßigem Training über 4-6 Wochen), welches zu den wichtigsten als Antioxidans wirkenden Stoffen im Körper gehört. Glutathion reduziert die neuro- und systemische Inflammation und sorgt somit zusätzlich indirekt für die Reduktion von chronischen Schmerzen


Atemtraining am Beispiel der parasympathischen Atmung

Suche Dir einen ruhigen, wohligen Ort und mache es Dir dort bequem. Du kannst Dich aufrecht hinsetzen oder Dein Atemtraining liegend durchführen. Wähle einen zeitlichen Atemrhythmus der für Dich passt. Wichtig ist hierbei das Verhältnis 1:2 (Einatmen:Ausatmen) Konzentriere Dich nun bewusst auf Deine Atmung. Hierbei kann es helfen sich auf den Luftzug, welcher beim Einatmen an der Nase spürbar wird, zu konzentrieren. Ich wähle für mein Beispiel das Verhältnis 4:8


Atme nun 4s durch die Nase in den Bauch ein und 8s durch den Mund als pfff-Laut wieder aus. Wiederhole dies gern für 10 Minuten und spüre in Dich hinein.


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